Der Anblick von Booten auf dem Wasser ist für uns kein seltener. Zum einen sehen wir Schiffe, wenn wir am Ufer der Insel Reichenau spazieren gehen. Zum anderen sehen wir dieses Bild gerade täglich in den Medien. Der Unterschied zwischen diesen beiden Anblicken könnte kaum größer sein. Während wir auf dem Wasser Spaß und Entspannung suchen, setzen Millionen von Menschen ihr Leben aufs Spiel, um ihre Heimat zu verlassen. Krieg, Verfolgung und Todesangst sind die Ursachen. Andere Flüchtlinge setzen hunderte von Kilometern auf dem Landweg zurück, nicht selten mit Hilfe von Schleppern. Ein kleiner Teil dieser Menschen erreicht Deutschland, ein verschwindend geringer Teil die Reichenau. Für die Insel ist es nicht neu Menschen auf der Flucht eine Bleibe zu gewähren. Seit Jahrhunderten haben Hilfsbedürftige hier Schutz und Frieden gesucht. Und gefunden.

 

Nun stehen wir in unserer Gemeinde wieder vor dieser Herausforderung. Der Blick in andere Gemeinden Deutschlands zeigt: Wer die Herausforderung der Flüchtlingshilfe aktiv und engagiert angeht, sichert das friedliche und erfolgreiche Zusammenleben innerhalb der Gemeinde langfristig. Die Menschen, die hier untergebracht sind, verweilen meist schon seit Längerem in Deutschland, haben die Sprache gelernt, viele von ihnen arbeiten. Dennoch besteht noch ein großer Bedarf an Unterstützung, sowohl im materiellen Bereich, als auch in der Begleitung der Flüchtlinge, beispielsweise bei Behördengängen, Arztbesuchen, dem Spracherwerb, sowie der Freizeitgestaltung.

 

Der Helferkreis "FLÜCHTLINGSHILFE REICHENAU" unterstützt die Arbeit der Gemeinde sowie der Caritas durch ehrenamtliches Engagement. Wir laden jeden Bürger ein, sich zu engagieren, die Möglichkeiten hierfür sind vielzählig. Und wir heißen alle Flüchtlinge auf der Insel Reichenau, in der Waldsiedlung und im Lindenbühl herzlich willkommen!